What Is Mohair? History, Origins and Characteristics

Was ist Mohair? Herkunft, Geschichte und Eigenschaften

WAS IST MOHAIR?

Mohair ist eine Naturfaser aus dem Haar der Angoraziege. Sie ist für ihren seidigen Glanz, ihre Festigkeit und ihr geringes Gewicht bekannt. Verarbeitet wird sie unter anderem zu Pullovern, Strickjacken, Schals und anderen Textilien.

Im Vergleich zu vielen Schafwollfasern hat Mohair eine glattere Oberfläche, die das Licht auf charakteristische Weise reflektiert. Wie weich oder flauschig sich ein fertiges Kleidungsstück anfühlt, hängt jedoch von der Feinheit der Fasern, dem Garn und der Verarbeitung ab.

Der Name geht auf das arabische Wort mukhayyar zurück, das einen Stoff aus Ziegenhaar bezeichnete. Auch die Geschichte des Materials führt in eine Region mit einer langen Textiltradition: nach Anatolien.

DIE HERKUNFT UND GESCHICHTE

Die Angoraziege verdankt ihren Namen der Stadt Angora, dem heutigen Ankara in der Türkei. In der umliegenden Region wurden die Tiere über Jahrhunderte gezüchtet und ihre glänzenden Haare zu Garnen und Stoffen verarbeitet.

Wo die Ziegenrasse ursprünglich entstand, lässt sich nicht abschließend klären. Ihre Geschichte ist jedoch eng mit Anatolien verbunden. Im Osmanischen Reich waren Textilien aus Mohair ein geschätztes Handelsgut, das auch außerhalb der Region zunehmend gefragt war.

Im 19. Jahrhundert verbreitete sich die Zucht in größerem Umfang in anderen Teilen der Welt. 1838 gelangten die ersten Angoraziegen nach Südafrika. Daraus entwickelte sich eine bedeutende Branche, und das Land ist heute der weltweit größte Mohairproduzent. Viele Farmen liegen in der Karoo im südafrikanischen Ostkap.

Auch in den Vereinigten Staaten etablierte sich die Zucht im Laufe des 19. Jahrhunderts. Besonders Texas wurde zu einem wichtigen Zentrum. Heute werden Angoraziegen außerdem in verschiedenen europäischen Ländern und weiteren Regionen der Welt gehalten.


WELCHE EIGENSCHAFTEN HAT DIE FASER?

Zum typischen Erscheinungsbild gehört ein natürlicher Glanz. Bei gebürsteten Strickgarnen kommt der feine Flaum hinzu, der die Maschen umgibt und dem Gestrick seine weiche Kontur verleiht. Anders verarbeitet kann das Material auch eine glattere Oberfläche haben.

Die Fasern sind fest und widerstandsfähig. Dennoch lassen sich daraus Kleidungsstücke fertigen, die wenig wiegen und angenehm wärmen. Wie warm ein Pullover tatsächlich ist, bestimmen auch die Garnstärke und die Dichte des Gestricks. Ein locker gestricktes Modell trägt sich anders als eine dicht gearbeitete Strickjacke aus mehreren Fäden.

Auch die Weichheit fällt je nach Qualität unterschiedlich aus. Feinere Fasern fühlen sich meist weicher an als gröbere. Besonders feines Mohair von jungen Angoraziegen wird als Kid-Mohair bezeichnet und häufig für hochwertige Strickgarne verwendet.

Ob ein Kleidungsstück direkt auf der Haut angenehm ist, bleibt allerdings individuell. Auch eine feine Qualität kann von empfindlicher Haut als kratzig empfunden werden.

VOM GARN ZUM KLEIDUNGSSTÜCK

Je nach Garn und Verarbeitung kann Mohair sehr unterschiedlich aussehen: zart und leicht transparent, weich und flauschig oder mit einer klareren, glatten Struktur. Diese Bandbreite macht das Material sowohl für feine Strickmode als auch für gewebte Stoffe interessant.

Häufig wird es mit anderen Fasern kombiniert, etwa mit Seide, Wolle oder Polyamid. Solche Mischungen beeinflussen den Griff, die Festigkeit und das Aussehen des Garns. Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel der Materialien und ihrer Verarbeitung.

In der Strickmode entstehen daraus unter anderem Pullover, Strickjacken, Schals und Mützen. Ein feines Garn lässt sich einzeln zu einem luftigen Modell verarbeiten oder mit mehreren Fäden zu einem dichteren Gestrick. So kann derselbe Ausgangsstoff ganz unterschiedliche Entwürfe ermöglichen.


WORAUF ES BEI EINER VERANTWORTUNGSVOLLEN HERSTELLUNG ANKOMMT

Zur Qualität eines Materials gehören auch seine Herkunft und die Bedingungen, unter denen es gewonnen wird. Bei tierischen Fasern sind das insbesondere die Haltung und Schur der Tiere, der Umgang mit den Weideflächen und die Arbeitsbedingungen in den Betrieben.

Ein internationaler Ansatz dafür ist der freiwillige Responsible Mohair Standard (RMS) von Textile Exchange. Er umfasst Anforderungen an das Tierwohl, die Bewirtschaftung der Flächen und soziale Bedingungen. Unabhängige Zertifizierungsstellen prüfen, ob die Vorgaben eingehalten werden.

Zum Zertifizierungssystem gehört außerdem die dokumentierte Weitergabe des zertifizierten Materials entlang der Lieferkette. Sie soll nachvollziehbar machen, woher die Fasern stammen und welchen Weg sie durch die Verarbeitung nehmen.

Eine Naturfaser ist jedoch nicht allein deshalb nachhaltig, weil sie natürlichen Ursprungs ist. Für die Umweltbilanz eines Kleidungsstücks sind auch die Herstellung, die Verarbeitung und die Dauer seiner Nutzung relevant. Konkrete Angaben zur Herkunft und zu Zertifizierungen sind deshalb hilfreicher als ein allgemeines Nachhaltigkeitsversprechen.

KID-MOHAIR UND SEIDE BEI MATTILDE KNITWEAR

Bei MATTILDE KNITWEAR verwenden wir für unsere Mohair-Strickmode Garn aus Kid-Mohair und Seide. Daraus fertigen wir in Lettland von Hand Pullover, Strickjacken und Accessoires.

Wir schätzen diese Mischung für ihren weichen Griff und das geringe Gewicht der fertigen Stücke. Sie lässt uns mit feinen Maschen, unterschiedlichen Strukturen und dem charakteristischen Flaum arbeiten.

Was genau unterscheidet Kid-Mohair von anderen Mohairqualitäten? Und welche Rolle spielt die Seide in dieser Garnmischung?

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel „Was ist Kid-Mohair? Warum sich Kid-Mohair und Seide so gut ergänzen”.

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